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Berufshaftpflichtversicherung

Berufshaftpflichtversicherung

Versicherungsrecht

Berufshaftpflichtversicherung

Manche Berufsgruppen z.B. Anwälte, Notare, Architekten, Ärzte müssen eine Berufshaftpflichtversicherung abschliessen, die ihnen Deckung gewähren, sie also von Ansprüchen freistellen muß, aber nur im Rahmen der Versicherungsbedingungen. Diese Einschränkung ist nicht zu unterschätzen. Beispiel: Hat ein Architekt nach Auffassung der Bauherren die Kosten falsch eingeschätzt, wären – ungeachtet der im Einzelfall sehr schwierigen Beweisbarkeit eines Vermögenssschadens – z.B. nach den „Versicherungsbedingungen für die Haftpflichtversicherung von Architekten, Ingenieuren und Beratenden Ingenieuren“ Haftpflichtansprüche aus der Überschreitung ermittelter Kosten von vornherein vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dasselbe gilt, wenn sich ein Anwalt als Makler betätigt, da eine unternehmerische Tätigkeit nicht von seiner anwaltlichen Berufshaftpflichtversicherung gedeckt wäre. Wenn man also schon vor einem Prozeß weiß, daß hinter dem Beklagten keine Versicherung als solventer Dritter steht, sollte man sich sehr genau überlegen, ob man das finanzielle Risiko eines Rechtsstreits überhaupt eingeht. Was nützt es, wenn man ein obsiegendes Urteil erstritten hat, und der Gegner meldet Insolvenz an ? Dieses Problem wird noch verschärft, wenn keine eigene Rechtsschutzversicherung besteht oder die Rechtsschutzversicherung das prozessuale Risiko von vornherein nicht abdeckt wie z.B. bei der Planung oder Errichtung eines Gebäudes, bei erb- oder familienrechtlichen Streitigkeiten. Es besteht auch dann kein Rechtsschutz, wenn nur wirtschaftliche, nicht aber rechtliche Interessen wahrgenommen werden sollen (z.B. der Anwalt handelt erfolgreich einen niedrigeren Zinssatz für ein Darlehen aus).