ra.voelckers@t-online.de
02 28 / 65 91 50

Kindesunterhalt

Kindesunterhalt

Familienrecht

Kindesunterhalt

Kindesunterhalt: Kinder können gem. §§ 1601 ff. BGB Unterhalt von ihren Eltern verlangen. Dabei hängt die Höhe des Unterhaltsanspruchs ab von der Bedürftigkeit (§ 1602 BGB), der Leistungsfähigkeit des Anspruchsgegners (§ 1603 BGB) und bestimmt sich nach seiner Lebensstellung, wobei der Unterhalt den gesamten Lebensbedarf einschließlich der Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf umfasst (§1610 BGB). Modifiziert wird die Berechnung durch besondere Umstände des Einzelfalles wie z.B.  Rangfolge mehrerer Unterhaltsberechtigter, § 1609 BGB,  Mangelfallberechnung oder Mehrbedarf. Hinzuweisen ist auf die Düsseldorfer Tabelle zur Ermittlung des konkreten Bedarfsbetrags, die den angemessenen Unterhalt durch Einkommensgruppen und Einteilung in Altersstufen bestimmt. Der von der Düsseldorfer Tabelle als Basis angesetzte  und der niedrigsten Einkommensgruppe von „bis 1500 Euro“ zugeordnete Mindestunterhalt wird in § 1612a BGB gesetzlich fixiert. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, erfüllt seine Unterhaltspflicht in der Regel durch Pflege und Erziehung des Kindes, sog. Naturalunterhalt,  (§ 1606 Abs.3 BGB), während der andere Elternteil, mit dem das Kind nicht in einem Haushalt lebt, dem Kind sog. Barunterhalt schuldet (arg. § 1612a Ab.1 BGB). Diese Regel wird in folgenden Ausnahmefällen durchbrochen mit der Folge, dass sich der betreuende Elternteil, der seine Unterhaltspflicht bereits durch den sog. Naturalunterhalt erbracht hat, an dem Barunterhalt beteiligen muss, entweder anteilig oder sogar in voller Höhe: der betreuende Elternteil erzielt ein wesentlich höheres Einkommen als der nicht betreuende Elternteil; der nicht betreuende Elternteil ist nicht leistungsfähig; ferner beim sog. Wechselmodell, schließlich dann, wenn das Kind bei keinem Elternteil lebt.